Zwischenwelten in heißem Glas: Symposium mit Meisterklassen

In-Between Hot Glass: Symposium with Master Classes

 

 

In-Between
Hot Glass

    Perspectives of Graal Glass:
    Symposium with Master Classes

    from 30/10/2016 to 5/11/2016

    Bild-Werk Frauenau e.V.

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Zwischenwelten in heißem Glas

Perspektiven des Graal-Glases: Symposium mit Meisterklassen

vom 30.10. bis 05.11.2016

Bild-Werk Frauenau e.V.

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Regionales Standby-
Programm für die Meisterklassen

Alle Glas- und Kunstschaffenden, die in der Glasregion Bayerischer Wald ansässig sind, erhalten ab dem 17. Oktober die Möglichkeit, verbleibende freie Plätze in den Meisterklassen zum halben Preis zu buchen.

Die Vorbuchung auf Warteliste ist möglich, eine Garantie auf einen Platz kann jedoch nicht gegeben werden.

Information und Anmeldung beim Bild-Werk Frauenau: Tel. 09926 180895, E-Mail info@bild-werk-frauenau.de

 

 

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Was heißt Graal-Glas

Hot Shop bild-werk-frauenau Das "Graal-Glas" steht prototypisch an der Schnittstelle von Design und Industrieproduktion.

Für diese Zwischenschicht-Technik werden Glasformen in Kaltglastechniken reliefartig und grafisch gestaltet, am Glasschmelzofen heiß mit klarem Glas überfangen und weiter geformt.

Diese Technik wurde 1916 unter dem Begriff "Graal-Glas" in der Glashütte Orrefors/Schweden entwickelt. Die Orrefors-Unikate, die die Glasgravur mit heißen &Umml;berfangtechniken an der Glasmacherpfeife verbinden, zeigen die kongeniale Verbindung von Design, Kunst, Industrie und Handwerk, für die die Namen des Künstlers und Designers Simon Gate und des Glasmachermeisters Knut Bergqvist stehen. Zuvor wurden bereits in französischen Glashütten in Zusammenarbeit z.B. mit Emile Gallé, Daum Frères und Burgun Schverer Zwischenschichtgläser entwickelt, die Ätztechniken und Glasgravur und die heiße Ofenarbeit integrierten. Vorläufer gehen bis in die Barockzeit und die Antike zurück.

Die Graal-Technik setzt große Erfahrung voraus. Dabei ist das Graal eine der vielseitigsten Gestaltungsweisen von Glas, die es erlaubt, in die Arbeit mit heißem Glas an der Glasmacherpfeife praktisch alle kalten und heißen Dekorationstechniken von Glas einzubeziehen: vom Gravieren, Schleifen, Sandstrahlen mehrschichtig geblasenen Glases in kontrastierenden Farben zum Bemalen, Bedrucken oder Gestalten mit Fototechniken etc.

In der Gegenwart produziert u.a. die Glashütte Moser in Karlsbad in Zusammenarbeit mit freien Künstlern und Designern limitierte Editionen moderner Glaskunstarbeiten in Graal-Technik. Nicht zuletzt der anhaltende Erfolg dieser einzigartigen Arbeiten auf hochrangigen Märkten und Plattformen weist auf die Modernität des Kulturerbes Glas als innovatives Kunst- und Designmedium. In der gegenwärtigen Umbruchsituation der ostbayerischen Glaslandschaft bietet sich dieser Ansatz besonders an, um ihn in Studioglaswerkstätten, oder aber in Kooperationen von Künstlern und Manufakturen vielfältig und innovativ aufzugreifen.

Kunst - Design Manufaktur

Zur Tradition der Innovation im Glas

Die Deutsche UNESCO-Kommission hat am 4. 12. 2015 die manuelle Glasfertigung in das Verzeichnis Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Mit dem komplexen arbeitsteiligen Wissen um die Glasgestaltung wurde auch deren traditionelle Innovationskraft im Ineinandergreifen von Handwerk, Design, Kunst, Architektur und Industriearbeit anerkannt. In diesem Sinne zielt das Projekt des Bild-Werk Frauenau auf die Weiterentwicklung des lebendigen Kulturerbes in heißem und kaltem Glas.

Die Vielseitigkeit des Werkstoffs Glas zwischen Transparenz und Farbigkeit, heißer und kalter, zwei- und dreidimensionaler Formbarkeit bedingt es, dass Design und Produktion hochwertiger Glasobjekte stets von den künstlerischen Diskursen ihrer Zeit inspiriert waren und sind. Die repräsentative Rolle künstlerisch-manufakturieller Glasprodukte auf Weltausstellungen und Expos seit 1851 zeigt, wie die Moderne diese Potentiale ab dem 19. Jahrhundert im Dreieck von Kunst, Design und Manufakturproduktion aufgegriffen hat. In vielen west- und osteuropäischen Ländern und in USA wurden Kooperationsmodelle zwischen Künstlern, Gestaltern aus Design/Angewandter Kunst und den handwerklichen Spezialisten in Glasmanufakturen und -fabriken entwickelt. Besonders in Skandinavien und der Tschechoslowakei wurde und wird das Material Glas bis zur Gegenwart als Inbegriff von Kreativität gefördert. Das Design vermittelt dabei bewusst zwischen der Inspirationskraft der freien Kunst und den Anforderungen von industrieller Produktion und Ausbildung.

Auch das Glasgewerbe im Bayerischen Wald und im Böhmerwald hatte z.B. in Historismus (Glashütte Theresienthal) und Jugendstilzeit (u.a. durch die Arbeit überregional renommierter Künstler und Entwerfer für die Glashütten Poschinger und Gistl, Frauenau, oder Lötz Witwe, Klostermühle) regen Anteil an diesen Entwicklungen. Ab den 1960er Jahren etablierte sich, ausgehend vom Glasmacherort Frauenau, die Internationale Studioglasbewegung auch in Europa. Sie brachte erneut künstlerische Impulse in hochwertige Serienprodukte und Unikatarbeiten ein und führte den Werkstoff Glas als künstlerisches Medium in Kunstmarkt und Ausbildung ein. Auf dieser Basis trägt seit 1988 die Internationale Akademie für Glas und Kunst des Bild-Werk Frauenau zur Vernetzung von Kunst- und Glasschaffenden auf internationaler Ebene bei. Insgesamt kreuzen sich in Geschichte und Gegenwart der europäischen und bayerisch-böhmischen Glasregionen immer wieder die Traditionsschienen von Kunst, Design und manufakturieller Glasmacherei. Im Dreiklang Glashandwerk - Kunst - Industrie steckt eine Vielzahl historischer Prozesse, die modellhaft kreative Entwicklungen und Synergieeffekte beförderten und deren Möglichkeiten für die Zukunft bei weitem nicht ausgereizt sind.